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Gutachten zur Anerkennung einer Berufskrankheit erstellen

17.06.2026

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Bei Gutachten zur Anerkennung einer Berufskrankheit ist es besonders wichtig, Aktenlage, Probandengespräch, Untersuchung und fachliche Zusammenhangsbeurteilung sauber voneinander zu trennen. HealthJet unterstützt Sie dabei, diese Zwischenschritte strukturiert zu erfassen und anschließend zu einem finalen Gutachten zusammenzuführen.

Die Grundlogik entspricht dem allgemeinen Workflow aus dem Artikel „Gutachten mit HealthJet erstellen“: Einzelne Bausteine werden zunächst separat erstellt und danach über „Dokumente zusammenführen“ als Grundlage für das eigentliche Gutachten genutzt.

Für diese spezielle Gutachtenart stehen dafür drei zentrale Arbeitsschritte im Vordergrund: Aktendurchsicht, Probandengespräch mit Untersuchung und anschließend das finale Berufskrankheiten-Gutachten.

Überblick: vom Fallmaterial zum finalen Gutachten

Das finale Gutachten wird in HealthJet nicht direkt aus einer einzigen Aufnahme erzeugt. Stattdessen entstehen zuerst Zwischenergebnisse, die später bewusst zusammengeführt werden. Dadurch bleibt nachvollziehbar, welche Informationen aus der Akte stammen, welche Angaben aus dem Gespräch kommen und wo Ihre eigene gutachterliche Einschätzung ergänzt wurde.

  1. Akten sichten – mit der Vorlage „Aktendurchsicht Gutachten universell“ ein strukturiertes Zwischenergebnis zur Aktenlage erstellen.

  2. Probandengespräch und Untersuchung dokumentieren – mit der Vorlage „Probandengespräch BK-Begutachtung“ die Anamnese, Beschwerden, Exposition und Untersuchungsbefunde erfassen.

  3. Finales Gutachten erstellen – die Zwischenergebnisse auswählen, über „Neues Dokument aus Auswahl“ zusammenführen und die Vorlage „Gutachten zum Vorliegen einer Berufskrankheit“ verwenden.

1. Aktendurchsicht vorbereiten

Beginnen Sie mit der Aktenlage. Öffnen Sie eine neue Aufnahme oder Verarbeitung und wählen Sie die Vorlage „Aktendurchsicht Gutachten universell“. Sie können die Akte entweder per Spracheingabe durcharbeiten oder vorhandene Dokumente hochladen. Eine ergänzende Spracheingabe ist auch dann sinnvoll, wenn Sie bestimmte Stellen einordnen oder eigene fachliche Hinweise ergänzen möchten.

  • Nennen Sie bei wichtigen Aktenstellen möglichst Quelle, Datum und Dokumentart, damit das Ergebnis später nachvollziehbar bleibt.

  • Kennzeichnen Sie eigene gutachterliche Überlegungen ausdrücklich als Einschätzung und nicht als Akteninhalt.

  • Das Ergebnis aus diesem Schritt ist ein Zwischenergebnis. Es dient später als Referenz und wird nicht unverändert in das finale Gutachten übernommen.

2. Probandengespräch und Untersuchung erfassen

Im zweiten Schritt dokumentieren Sie das Gespräch und die Untersuchung mit der Vorlage „Probandengespräch BK-Begutachtung“. Diese Vorlage ist darauf ausgelegt, Anamnese, Beschwerden, Expositionsangaben, Arbeitsplatzbezug und Untersuchungsbefunde in einer für die spätere Begutachtung verwertbaren Form aufzubereiten.

Sie können die Aufnahme bei Bedarf pausieren, zum Beispiel um nach dem Gespräch ohne den Probanden weitere Befunde, ergänzende Beobachtungen oder Ihre fachliche Einschätzung zu diktieren. Wichtig ist auch hier: Dieses Dokument ist ein Zwischenschritt, der später mit der Aktenlage zusammengeführt wird.

Tipp: Verwenden Sie für alle zugehörigen Dokumente denselben Fallbezug, zum Beispiel dieselbe Patienten-ID oder Chiffre. So lassen sich die Dokumente später leichter gemeinsam finden und auswählen.

3. Dokumente zusammenführen und Gutachten erstellen

Wenn Aktenlage und Probandengespräch als separate Dokumente vorliegen, öffnen Sie den Bereich „Dokumente“. Suchen Sie die zusammengehörigen Unterlagen, klicken Sie auf „Auswählen“ und markieren Sie die Zwischenergebnisse, die als Grundlage dienen sollen.

  1. Klicken Sie auf „Neues Dokument aus Auswahl“.

  2. Wählen Sie die Vorlage „Gutachten zum Vorliegen einer Berufskrankheit“.

  3. Ergänzen Sie in der Maske eine kurze fachliche Einschätzung. Das kann als Freitext erfolgen oder per kurzer Audioaufnahme direkt in der Maske.

  4. HealthJet erstellt daraus das finale Gutachten und führt die vorherigen Zwischenergebnisse in die Zielstruktur über.

Wenn Sie anschließend mit einem eigenen Briefkopf oder einer eigenen Formatvorlage arbeiten möchten, können Sie den fertigen Text nach Microsoft Word übertragen. Achten Sie dabei darauf, den Text so einzufügen, dass die Formatierung Ihrer Word-Vorlage erhalten bleibt. Eine Schritt-für-Schritt-Erklärung finden Sie im Artikel „Text in MS Word formatiert einfügen“.

Welche Struktur das finale Gutachten abbildet

Die Vorlage ist auf eine typische Struktur für Berufskrankheiten-Gutachten ausgelegt. Dazu gehören unter anderem Beschwerden und Verlauf, Expositionsanamnese, Arbeitsplatzbezug, klinische Befunde, Diagnosen, Zusammenhangsbeurteilung, Folgen der Berufserkrankung, Prognose, Prävention und eine abschließende Zusammenfassung.

Die Zwischenergebnisse aus Aktendurchsicht und Gespräch helfen HealthJet, diese Abschnitte mit den jeweils passenden Informationen zu füllen. Ihre ergänzende fachliche Einschätzung im finalen Schritt ist besonders wichtig für die Bewertung des Zusammenhangs, des Leistungsbilds und der gutachterlichen Schlussfolgerung.

PDF-Anleitung

Ergänzend zu diesem Artikel gibt es eine kompakte PDF-Anleitung zum Workflow „Gutachten zum Vorliegen einer Berufskrankheit erstellen“. Sobald die PDF-Datei im Help-Center hinterlegt ist, kann sie hier direkt zum Download verlinkt werden.

Praktische Hinweise

  • Erstellen Sie Aktenlage, Gespräch und finales Gutachten bewusst als getrennte Dokumente. Das verbessert Nachvollziehbarkeit und Qualität.

  • Nutzen Sie klare Fallbezeichnungen oder eine Patienten-ID, damit Sie alle zugehörigen Dokumente schnell wiederfinden.

  • Ergänzen Sie im letzten Schritt immer Ihre fachliche Einschätzung. Sie steuert, wie die vorhandenen Informationen gutachterlich eingeordnet werden.

  • Prüfen Sie das finale Gutachten wie gewohnt medizinisch und formal, bevor Sie es weiterverwenden oder in eine eigene Word-Vorlage übertragen.

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